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Flashbacks nach sexuellem Missbrauch
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
eine meiner Klientinnen leidet unter heftigen Flashbacks, aus denen sie nur schwer wieder heraus kommt.
Kognitiv ist ist der Klientin klar, dass es sich dabei um Erinnerungsfragmente des sexuellen Missbrauchs handelt, den sie im Alter von sieben Jahren durch einen Patenonkel in wöchentlichen Abständen über den Zeitraum von einem halben Jahr erlitten hat. Kleinste Trigger-Impulse (wie Windzug im Nacken, eine Person im Rücken, spezifische Geräusche) genügen, um die Flashbacks auszulösen - mitunter auch nachts.
Gibt es ROMPC®-spezifische Techniken zur Selbstbehandlung, die ich meiner Klientin zur Verfügung stellen kann, um leichter aus den Flashback-Situationen heraus zu kommen bzw. vor dem Schlafen gehen, um das Risiko eines nächtlichen Flashbacks abzusenken?
Franziska Müller
3 Antworten auf “Flashbacks nach sexuellem Missbrauch”
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19.7.2010 bei 15:27
Liebe Frau Müller,
hier meine Empfehlung zur Selbstbehandlung, die anderen Klientinnen in vergleichbaren Situationen bereits geholfen hat. Ich modifiziere dazu das ROMPC®-Behandlungsritual “Die offene Tür schließen”, über das ich im ROMPC® Forum auf www.rompc.de bereits geschrieben habe.
1. Neurolymphatische Reflexzone im Uhrzeigersinn reiben und dabei sprechen: “Ich akzeptiere mich voll und ganz - auch mit meiner Vergangenheit.” (3x)
2. Selbstverzeihung mit Klopfen auf den Zeigefinger und dabei sprechen: “Ich verzeihe mir selbst, dass ich noch immer diese quälenden Gedanken und Bilder in mir habe und dass ich sie nicht stoppen kann. Ich will doch nur, dass meine unerhörte Geschichte, die ich erlitten habe, endlich gehört, gesehen und verstanden wird. Deshalb verzeihe ich mir.” (3x)
3. Fremdverzeihung mit Klopfen auf den kleinen Finger und dabei sprechen: “Ich verzeihe den quälenden Gedanken und Bildern, die mich immer wieder erschrecken und mir das Leben schwer machen. Weil sie meine unerhörte Geschichte ans Licht bringen wollen, deshalb verzeihe ich ihnen.” (3x)
4. Rückdelegation mit Thymus-Klopfen auf das Brustbein und dabei sprechen: “Ihr meine quälenden Gedanken und Bilder, die ihr hochkommen wollt, um endlich gehört, gesehen und verstanden zu werden: ich respektiere euch und gebe euch euren Platz in meiner Therapie. Ich erwarte, dass ihr mich nachts in Ruhe lasst. Denn nur wenn ich ausgeruht und entspannt bin, kann ich gut dafür sorgen, dass ihr zur rechten Zeit und am rechten Ort die Beachtung und das Gehör erfahrt, das ihr verdient.” (3x)
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Weil
thomas.weil@rompc.de
www.rompc-institut.de
19.7.2010 bei 22:28
Liebe Frau Müller,
DAs ist eine sehr belstende Situation, dass in Zusammenhang mit dem Bewußtwerden des sexuellen Mißbrauchs die Erinnerungsbilder einen drängenden Charakter erhalten. Einerseits ist dies schon ein Zeichen der beginnenden Heilung, wenn diese Bilder sonst eher im Hintergrund aktiv waren. Dennoch ist es natürlich wichtig, die Belastungen in diesem Zusammenhang zu senken, so daß wenigstens ein erholsamer Schlaf möglich ist. Über die Empfehlungen von Thomas Weil hinaus, mache ich gute Erfahrungen mit der ARbeit zum sicheren Ort. Hierbei kann man sich Reddemann orientieren und die Imaginationen noch mit Hilfe von Klopfritualen stärker verankern. Mankann auch eine Trance zum sicheren Ort ausprobieren, in der die Klienten selber die Bedingungen für ihre Sicherheit herausfinden können. Manche können das allerdings nicht, weil sie schon Angst vor so einer Besinnung haben. Wenn das allerdings gelungen ist, dann können sie hinterher darauf zurückgreifen. Ih empfehle auch meistens, immer wieder den Angst-Punkt unter dem Auge durch Klopfen zu stimulieren und die innere Belastung durch kräftiges Ausatmen zu minimieren.
Viel Erfolg in der ARbeit und viele Grüße
Heinz-Günter Andersch-Sattler
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Akkreditierter Dozent bei der Psychotherapeutenkammer Bayern
info@syntraum.de
20.7.2010 bei 17:30
Liebe Frau Müller
Zu all dem Hilfreichen, das bereits geschrieben wurde:
Ressourcen aufbauen, sei dies ein Bild, ein Ort, ein Parfume, ein Kleidungsstück, eine Farbe oder irgend etwas, das sie besonders liebt und mit dem sie sich sicher und wohl fühlt. Körperlich fühlen lassen. Mit all ihren Sinnen spüren, was dies bewirkt. Dies bringt sie ins Jetzt (s. Zeitachse unten)! Diese Ressource kann sie jederzeit aktivieren (abends vor dem Schlafengehen, nach Flashbacks) Wie Heinz-Günter bereits erwähnte, kann diese Ressource auch mit Klopftechnik noch stärker verankert werden.
Die Zeitachse miteinbeziehen, d.h. sich vorstellen, welche Möglichkeiten sie jetzt, als Erwachsene Person hat, eine solche Situation zu meistern. Diese neue Lösung körperlich wahrnehmen, Bewegungen langsam durchführen lassen. Dies bringt sie aus der Starre der Angst in eine Wahlmöglichkeit. Dabei mit ROMPC begleiten: mehrmals benennen was sie will und je nachdem mit Atmung, Bewegung (expressives ROMPC) verbinden.
Herzliche Grüsse
Iris Schumacher
Polarity-Therapeutin, ROMPC-Therapeutin
CH-8400 Winterthur
www.polarityschumacher.ch